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John Law, geboren 1671
in Edinburgh, ist ein Junge, der kaum zu zügeln ist. Nach dem Tod
seines Vaters ist er alleiniger Besitzer des Familienvermögens. In
dessen Genuss jedoch kann er nicht sofort kommen, da er auf Beschluss
seiner Mutter in ein Internat geschickt wird, wo man hofft, dem aufsässigen
Jungen Manieren beizubringen. Diese Maßnahme versagt und als John Law,
um einiges älter, doch nur um wenig weiser zurückkommt, verspielt er
innerhalb kürzester Zeit, sehr zum Verdruss seines jüngeren Bruders
William, das komplette Vermögen. Um seiner Mutter weitere Schande zu
ersparen, begibt er sich nach London und versucht, dort sein Glück zu
machen.
Doch John ist keineswegs ein dummer Zeitgenosse. Im Gegenteil, er
besitzt einen scharfen Verstand und eine rasche Auffassungsgabe.
Besonders von der Wissenschaft der Mathematik und der
Wahrscheinlichkeitsrechnung ist er angetan. Dieses besondere Talent,
Wahrscheinlichkeiten im Kopf auszurechnen, nutzt er jedoch nur in den
Spielsalons von London, wo er bald schon einen legendären Ruf erhält.
Die Frauen lieben ihn und allein seine Anwesenheit beschert dem
Spielsalon, den er gerade besucht, ein volles Haus, da jeder John Law in
Aktion erleben möchte.
Allerdings verfolgt John ein viel höheres Ziel, als sich beim
Kartenspiel zu bereichern und stets ein warmes Bett zu haben. Im Geiste
hat er schon längst ein Konzept erarbeitet, mit dem er der immer drängenderen
Geldknappheit in Europa entgegenwirken möchte. Nach einem Duell mit tödlichem
Ausgang muss er aus England fliehen und kommt durch Umwege nach Paris.
Dieser verschuldete Staat, in dem Armut und Arbeitslosigkeit herrschen,
soll sein Spielplan sein, in dem er sein Konzept realisiert. Doch bis es
soweit ist, gibt es viele Hürden und festsitzende Meinungen, die er überwinden
muss.
Der berühmte Mann, der im 17. Jahrhundert die Idee hatte, Papiergeld
drucken zu lassen, war nicht nur eine bedeutende, sondern auch extrem
schillernde Figur seiner Zeit. Seine Beharrlichkeit und sein
Selbstbewusstsein sind legendär. Das Spiel und die Frauen waren seine
Leidenschaft und dennoch schaffte er es, zum reichsten Mann der Welt zu
werden. Aufgrund seines Konzeptes konnten einfache Leute zu Millionären
werden und sich mit der gehobenen Gesellschaft gleichstellen.
Dem Wesen und der Person John Laws ist dieser historische Roman
gewidmet, der es nicht nur versteht, die Persönlichkeit dieses begabten
Mathematikers darzustellen, sondern seinen Werdegang auch geschickt in
die historischen Ereignisse einzuflechten vermag. Das Thema des Buches
ist die Revolutionierung des Handels, ohne die unsere Lebensweise
unvorstellbar wäre. Fiktive Ereignisse vermischen sich geschickt mit
historisch belegten Tatsachen und werden zu einem spannenden und
unterhaltsamen Erzählteppich gewoben, der den Leser atemlos weiterblättern
lässt.
Ein faszinierendes, begeisterndes Buch, das geschickt Geschichte mit
Geschichten zu verbinden weiß. Wer sich für die Vergangenheit
interessiert, für die Zeit, in der die Wissenschaft der Wissenschaftler
die Wissenschaft von Gott zu ersetzen begann, sollte unbedingt zu „Das
große Spiel“ greifen.
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