| Medium | Basler Woche |
| Datum | 31.07.1998 |
| Thema | Caesars Druide / Antike Geschichten, prall voll Leben |
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Basler Woche, 31. Juli 1998 ScheinwerferClaude Cueni: Antike Geschichten, prall voll Leben Von Patrick MarcolliDer römische Soldat sieht zum Fürchten aus in seiner Kriegskluft. Dass er vor einem gigantischen Spiegel steht, verstärkt diesen Eindruck noch. Claude Cueni nimmt sich neben dieser hünenhaften Erscheinung aus Kunststoff, Leder und Eisen in seinem Büro fast lammfromm aus.Dabei hat der in Binningen wohnhafte Schriftsteller schon einiges auf dem Kerbholz - zumindest schriftstellerisch. In seiner Phantasie hat er schon so manchen Unschuldigen zu Tode kommen, schon viele aus zahlreichen lauteren oder unlauteren Motiven beseitigen lassen. Im «Tatort», den «Eurocops» oder in «Peter Strohm» ist nachzusehen, wie nahe der Krimi-Schreiber und Drehbuch-Autor Cueni in seinem harmlosen Arbeitszimmer dem perfekten Verbrechen schon gekommen ist.Doch die privaten TV-Sender haben ihm die Freude an den Drehbüchern vergällt: «Es ist frustrierend, wenn man ihnen ein <Filet Wellington> schickt und zuletzt ein <Hamburger> gesendet wird», meint Cueni sarkastisch. Die privaten Sender zahlten zwar gut, doch im Verlauf einer Produktion würde das Skript oftmals auf das reduziert, was sich mit dem Wort «action» wohl am besten umschreiben lässt. «Es ist masochistisch, wenn man sich dauernd fortbildet, sich anderseits aber auf ein immer tieferes Niveau begeben muss», moniert Cueni.Die Ahnen erspürt.Deshalb machte er sich auf zu seiner geliebten Antike. Nach mehr als zwei Jahren Arbeit liegt nun mit «Caesars Druide» Claude Cuenis erster historischer Roman vor. Er erzählt die Geschichte eines keltischen Druidenlehrlings aus dem Leimental, der vor den Germanen fliehen muss und sich den Helvetiern anschliesst. Weil er sich im Verlauf der Zeit hoch verschuldet, muss er die Arbeit eines Schreibers an Caesars Hof übernehmen und erlebt aus dieser Sichtt den Gallischen KriegFür dieses monumentale Werk hat Claude Cueni akribische historische Arbeit geleistet. Ein Experten-Gutachten der Universität Basel attestiert dem Roman denn auch grosse Authentizität. «Das Buch beruht auf der neuesten Caesar-Forschung. Ich wollte diesen Herrscher differenziert darstellen, mit all seinen Stärken und Schwächen», sag Cueni. Um sich mit der Gedankenwelt des Druiden vertraut zu machen, zog es ihn immer wieder in die Wälder und an Quellen - dorthin also, wo der junge Mann die Präsenz seiner Ahnen gespürt haben musste.Mit diesem Roman hat sich Cueni einen Traum erfüllt, der schon als Teenager begonnen hatte: Damals erstand er sich vom Sackgeld zwei römische Münzen. |