| Medium | TR7, Schweizi |
| Datum | 01.11.1996 |
| Thema | Der Clown / Mit Leib und Seele Drehbuchautor |
Schreibtischtäter < CLAUDE CUENI: MIT LEIB UND SEELE DREHBUCHAUTOR Von Ingeborg Waldburger
Die TV-Krimis des Baslers Claude Cueni wurden in 18 Sprachen übersetzt und in 25 Ländern über 200mal ausgestrahlt. «Schreiben ist meine Passion», erklärt der unauffällige Brillenträger mit dem Outfit der personifizierten Sanftheit. Er wohnt im friedlichen Ettingen, ist verheiratet und Vater eines Teenagers. Kaum jemand würde dahinter einen der berüchtigsten Schreibtischtäter der Nation vermuten. Claude (,ueni gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Krimiautoren. Neben Drehbüchern für Film und Fernsehen («Eurocops", «Peter Strohm», «Der Clown» usw.) verfasste er zahlreiche Romane, H`irspiele md Theaterstücke. Acht Filme entwickelte er in Zusammenarbeit mit seiner Gattin Annemarie. 35 Werke konnte der 40jährige bis dato veröffentlichen. Weniger bekannt ist, dass Cueni der Erfinder und Software-Produzent von «TAF-Minigame» von SF DRS ist. Teure Filme beworzugt Namhafte Schweizer Regisseure setzen Cuenis Geschichten filmisch um. Am liebsten habe er bis jetzt mit Urs Egger - weil seines Erachtens der Professionellste - kooperiert. Ausserdem sei Egger kein typischer Schweizer Regisseur, sondern international tätig: «Er denkt in grossen Kategorien und realisiert gerne teure Streifen. Auch ich bevorzuge Projekte, die drei bis vier Millionen Franken kosten, nicht etwa aus Prestigegründen, sondern weil sich bezüglich Schauplätzen und Action-Szenen sehr viel mehr Möglichkeiten anbieten.» Inwieweit hält man sich eigentlich an Cuenis' Storys? - «Ich liefere ein Filet ab, und die Redaktion macht einen Hamburger daraus», witzelt Cueni und konkretisiert: «Das Buch ist fertig. Dann beginnt der Frust.Jede Menge Leute reden drein. Der Produzent zum Beispiel fordert eine Einsparung von 100000 Franken.» Cueni schätzt dieses «demokratische Heral schraubem' nicht: «In der Kunst ist die Demokratie der Untergang.» Aber er gibt sich damit ab, gemäss seinem Lebensmotto: «Andern, was man ändern kann, akzeptieren, was man nicht ändern kann.» Auf die Frage, warum er nicht selber filme, antwortet der disziplinierte Workaholic: «Ich bin sehr Claude cueni, der mordsmüssig fleissige Krimi-Schrihsteller gerne allein, nicht der Typ, im grossen Team Zll arbeiten.» Auch könne man als Regisseur viel weniger Stoffe realisieren; dabei habe er immer bis zu 50 im Computer, die permanent parallel weiterentwickelt würden. Apropos Computer. Er bezeichnet sich als Freak, das heisst, er steht um fünf Uhr auf, um im Internet zu surfen. Dort erscheint auch «mein eigenes Römermuseum», sein langgehegter Traum, und die Vorlage für «Der Clown» .
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