TOTGELAUFEN.
Action Drehbücher.
Der
Schweizer Drehbuch Autor Claude Cueni glaubt, dass die
Zeit der TV Action Serien abgelaufen ist.
Arbeitsam:
Claude Cueni hat Drehbücher für "Der Clown",
"Tatort", "Alarm für Cobra 11 - Die
Autobahnpolizei", "Peter Strohm" und die
"Eurocops" verfasst.
ungekürzte
Version
Der Pilotfilm zu «Cobra 11»
war er erfolgreichste Serienstart im deutschen
Fernsehen. Sind sie stolz?
Natürlich. Wer möchte schon
in der 2. Liga spielen? Im Gegensatz zum
subventionierten Theater ist Misserfolg in meiner
Sparte keine Auszeichnung. Bei Drehbuchautoren zählt
die Quote.
Sie haben unter anderem die
Actionserien «Der Clown» und «Cobra 11»
konzipert. Wieso sind solche Actionserien beim
Publikum so beliebt?
Am Anfang wars halt ein bisschen Action Kino fürs
Fernsehen. Aber mittlerweile hat sich das tot
gelaufen.
Weshalb?
Heutzutage wissen wir
doch, dass jeder Lastwagen einen doppelten Salto drehen
und unbeschädigt weiterfahren kann. Um die Actionszenen
in TV-Serien zu toppen, bräuchte es noch grössere TV
Budgets. Und die sind beim Fernsehen nicht vorhanden.
Dehalb wirkt das Genre repetitiv und uninspiriert. Die
Qualität der Plots lässt nach, weil man sich nur noch
überlegt: Welche Actionszene haben wir noch nicht
gehabt?
Trotzdem: Was macht eine gute
Action-Serie aus?
Es gelten stets die gleichen Gesetze wie bei
allen anderen Film Genres auch: Das A und O sind
Figuren mit klar durchdachten Positionierungen. Wenn
sie handwerklich schlecht strukturiert sind, machen
wir uns keine Sorgen um sie und es ist uns egal, ob
ihnen ein Intercity um die Ohren fliegt.
Während in Deutschland das
Geschäft zu boomen scheint, sind in der Schweiz
Action-Filme eine Seltenheit. Aus welchen Gründen?
Zu teuer. Ich bezweifle aber, dass das Action
Genre noch gross boomt. Was heute produziert wird,
ist ja nicht der Trend von Morgen. Der Trend von Morgen
ist das Exposé, das heute geschrieben wird.
>Wie kamen Sie zum
Drehbuchschreiben?
Martin Hennig, der
damalige Abteilungsleiter von SF DRS, rief
eines Tages an und fragte mich, ob ich blitzschnell
eine Komödie schreiben könnte.Er hatte gerade ein
Drehbuch in den Papierkorb geworfen und
brauchte dringend ein neues. Ich schrieb dann den
Millionenfund, der über eine Million Zuschauer
erreichte. Und anschliessend 40 weitere Drehbücher.
Wo sammeln Sie ihre Ideen.
Ein Drehbuchautor, der Ideen sucht, ist wohl ein
Stoff für Woody Allen. So wie ein Fussballer die
Ballbeherrschung im Blut haben muss, muss auch ein
Drehbuchautor über eine unerschöpfliche Phantasie
verfügen. Der schwierigere Teil ist, das
Rohmaterial von Ideen, Bildern und Figuren in eine
dramaturgische Struktur zu bringen und mit
viel Disziplin und Fleiss zu einem Drehbuch zu
formen.
Wie lange dauert es von der
ersten Idee bis zum fertigen Produkt? (Bsp. Alarm für
Cobra 11)
Da ist alles möglich. Es gab "Peter Strohm"
Folgen, die ich in 5 Tagen geschrieben habe, aber
auch Drehbücher wie den Tatort "Tod einer
alten Frau" mit Günther Lamprecht, wo die
Gefahr bestand, dass ich mit diesem Drehbuch in
Rente gehe. Vier oder fünf Monate sind aber schon
realistisch.
Sie arbeiten nicht nur an
Drehbüchern, sondern sind auch Schriftsteller und
haben interaktive Spiele für TV-Serien entwickelt.
Welche Tätigkeit macht am meisten Spass?
Immer die, die ich gerade ausführe. Als ich 20
war, wollte ich so schnell wie möglich vom
Schreiben leben können. Mit 30 hatte ich dieses
Ziel erreicht und war nur noch von weltfremden Schöngeistern
umgeben. Ich hatte
keine Lust die nächsten 30 Jahre als geschützte
Vogelart zu verbringen und entwickelte Drehbücher für
Computerspiele. So entstand dann die virtuelle Firma
"Black Pencil", eine Firma, die gar nie
geplant war.
Zuletzt waren Sie auch an der
Entwicklung von «Quiz Today» beteiligt. Wie gefällt
Ihnen das fertige Produkt?
Ich bin froh, dass die
Fremdkörper wieder entfernt worden sind und dass wir
uns nun wieder dem Originalkonzept, das Kurt Felix und
ich abgeliefert haben, annähern. Die Show ist nun
schlanker und schneller geworden. Und das ist gut.
Welche Ambitionen haben
Sie für die Zukunft? Hat Hollywood schon
angeklopft?
Ja, aber ich war
gerade unter der Dusche. Für "Caesars
Druide" gibts Interesse an den Filmrechten.
Dass Hollywood die Geschichte des helvetischen
Druidenlehrlings Korisios verfilmt, ist ja ziemlich
unwahrscheinlich, aber genau das ist das
Interessante an diesem Projekt. Etwas Unmögliches
wahr zu machen.
Verraten Sie uns, an welchen
Projekten Sie zur Zeit arbeiten?
Ich arbeite an der Fortsetzung von
"Caesars Druide". Nachdem die Geschichte
des helvetischen Druiden auch in Italien und
Spannien erfolgreich verkauft wird, habe ich mich
entschlossen weiter zu machen. "Caesars
Druide" ist mein Lieblingsstoff. Und es freut
mich enorm, dass sich in diesen Wochen so viele
Leserinnen und Leser aus Italien, Spanien und Südamerika
nach dem Verbleiben der Sklavin Wanda erkundigen.
Die machen sich eben Sorgen um diese Figur. Ich übrigens
auch.
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