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Drehbuchautor
Claude Cueni präsentiert
die Modelle eines
raffgierigen Börsengeiers
(links) und von
Harry Buster.
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Harry Buster
thront in seinem
New Yorker Büro...
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...während in der
Börsenhalle die
Tomatenschlacht
tobt.
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Coopzeitung
Nr. 43
22. Oktober 2003
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Das Moorhuhn ist tot, es
lebe Harry Buster. Der neue
Spass für Ballerspiel-
Freaks aus der Feder des
Schweizer Schriftstellers
und Drehbuchautors Claude
Cueni.
Martin Zimmerli
Millionenfach haben Moorhühner
seit 1999 auf den
Bildschirmen von PC-Spielern
das Zeitliche gesegnet. In
regelmässigen Abständen
erscheinen auch heute noch
neue Spielvarianten. Doch
langsam aber sicher wird
klar: Das Moorhuhn hat seine
Schuldigkeit getan, das
Moorhuhn kann gehn. Denn nun
fliegt Realersatz durchs
Netz. Harry ist sein Name,
Harry Buster. Markanter
Schnabel, schielende
Glubschaugen: Eine gewisse
Ähnlichkeit zwischen Harry
und dem Huhn ist
unverkennbar. «Schuld»
daran ist Ingo Mesche, der
Grafiker. Er hat sowohl das
Moorhuhn wie Harry Buster
gezeichnet. Doch
Unterschiede zwischen den
beiden gibts wohl: Harry ist
kein Huhn, sondern ein
Geier, und hinter ihm steht
eine Geschichte. Diese
stammt aus der Feder des
Schweizer Schriftstellers
und Drehbuchautors Claude
Cueni: Harry Buster hat eine
Tellerwäscher-Karriere
hinter sich. In einem
illegalen Whisky-Lager in
New York geboren, stieg er
zum mächtigen Financier
auf. Doch nun sieht er sein
Imperium durch raffgierige Börsengeier
gefährdet. Sie entführen
Broker und klauen Geld
gleich sackweise. Das überfordert
Harry und er ist erstmals in
seinem Leben auf Hilfe
angewiesen. «Als ich vor
zwei Jahren mit der
Entwicklung des Spiels
begann, zeichnete sich ab,
dass die New-Economy-Blase
bald platzen würde», erzählt
Claude Cueni. Der Spieler übernimmt
die Rolle der Börsenaufsicht
und bringt mit Tomaten die
geldgierigen Geier zum
Absturz. Er ächtet sie. «Dass
die Moorhühner einfach
abgeschossen werden, hat
mich gestört, zumal es sich
ja um die Sympathieträger
handelt», erzählt Cueni.
Den Geiern gehts besser,
gesenkten Hauptes, mit
Resten des zerplatzten Gemüses
im Gefieder, ziehen sie
durch die Börsenhalle von
dannen. Das Spiel gefällt.
In den ersten vier Wochen
luden weit über 100000
Personen die Demoversion von
Harry Buster (und damit den
ersten Spiellevel) hinunter.
Wer mehr will, muss
telefonisch sieben Franken
einzahlen. Damit sollen die
Entwicklungs- und
Promotionskosten in der Höhe
von 350000 Franken gedeckt
werden. Wie viele
Spielerinnen und Spieler
sich zu diesem Schritt
entschliessen werden, ist
die grosse Unbekannte. «Vielleicht
fünf Prozent», schätzt
Cueni. Das Geld will er -
falls von Spielerseite die
Nachfrage besteht - gleich
in die Entwicklung eines
neuen Spiels stecken. «Geplant
ist Harry Buster 2 zwar noch
nicht, aber es würde sicher
nicht wieder in einer Börsenhalle
spielen.»
Harry Buster
Das Spiel:
Ballerspiel in der Börsenhalle:
Mit Tomaten knallt der
Spieler die kreisenden Börsengeier
ab. Ein stimmiges Spiel.
Schon das Geräusch der
platzenden Tomaten ist einen
Probelauf wert.
Zum Schnupper-Download
gibts den ersten Level
gratis, inklusive
Harry-Buster-Song. Für
sieben Franken lassen sich -
ganz einfach per Telefon -
neun weitere Level
freischalten. Sein Highscore
kann der Spieler online ins
Internet stellen. Ende
Oktober kommt die
DVD-Version mit 20 Levels
auf den Markt.
Systemvoraussetzungen:
PC (läuft nicht auf Mac) ab
Windows 9x, 300 MHz, 64 MB
RAM, DirectX 8.0, HighColor,
3D-Grafik- und Soundkarte.
Download des Spiels
unter: games.bluewin.ch/misc/special/
harrybuster/index.html
«Abends darf ich Kindskopf
sein»
Claude Cueni (47), der
geistige Vater des neuen
Computerspiels Harry Buster,
ist ein schreiberisches
Multitalent. Kurz vor der
Matur beendete der Basler
seine schulische Karriere
mit dem klaren Ziel, vom
Schreiben zu leben. Mit
Erfolg. Seither schrieb er
über 50 Drehbücher und
Konzepte für Fernsehserien
(«Cobra 11», «Der Clown»,
«Eurocops», «Tatort»),
publizierte einen
historischen Roman («Cäsars
Druide»), dachte sich
Konzepte für interaktive
TV-Quizes aus («Quiz Today»,
«Minigame», «SMS Galaxy»)
und schrieb die Geschichten
zu verschiedenen PC-Spielen
(«Hannibal», «Catch the
Sperm», «Smoke Attack»).
«Am Morgen widme ich mich
mit wissenschaftlicher
Akribie der römischen
Antike,am späteren
Nachmittagdarf ich ein
Kindskopf sein und entwickle
PC- Games», sagt Cue-ni. «Geschichtenerfinder»,
nennt er sich und bekennt:
«Ich bin ein Workaholic.»
Der Sport habe ihn von klein
auf geprägt, nennt Cueni rückblickend
eines seiner Erfolgsrezepte:
«Ich hatte eine positive
Einstellung zu Leistung und
Wettbewerb.» Die typische
Kulturbetriebsmentalität,
«eine Mischung aus Arroganz
und einem Hang zum
Schmarotzertum», missfalle
ihm dagegen.
Infos.
www.cueni.ch
games.bluewin.ch/misc/special/harrybuster/indes.html
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