Medium Web / Deutsch
Datum 10. Juli 1999
Thema Caesars Druide / Klappentext und Filmexposé
   
KURZFASSUNG
58. v. Chr.: Ohne Einwilligung des Senats überzieht der völlig verschuldete Prokonsul Gaius Julius Caesar Gallien mit einem brutalen Raubkrieg. In dieser gefahrvollen Zeit des Umbruchs flieht der junge Druidenlehrling Korisios gemeinsam mit seiner schönen, aber eigensinnigen Sklavin aus seiner kriegsbedrohten Heimat nach Westen.
Im Land der Helvetier trifft Korisios auf Caesar und tritt als Schreiber in dessen Dienst. Auf geheimnisvolle Weise scheint sein Schicksal mit Caesars triumphalen Aufstieg verknuepft zu sein - denn beide sind Guenstlinge des Schicksals. Doch eines Tages werden sie zu erbitterten Rivalen, und der junge Druide ist bereit, sein Leben zu opfern für den Kampf seines Volkes und die Freiheit seiner Geliebten.
"Cäsars Druide" ist ein gewaltiges Sittengemälde der Antike, voller Leidenschaft und Abenteuer, keltischer Rituale und hadernder Götter - brillant recherchiert und spannend wie ein Kriminalroman.
 
CAESARS DRUIDE
Exposé für einen historischen Monumentalfilm
von Claude Cueni
Akt 1
Keltische Druiden opfern um Mitternacht in einem heiligen Wald den unsterblichen Göttern und erflehen in Anwesenheit ihres Stammes deren Hilfe. Sie wollen in den nächsten Tagen ihre Dörfer niederbrennen und sich dem grossen Zug der Kelten an den Atlantik anschliessen. (Ueberschwemmungen und Hungersnöte haben riesige Menschenmengen in Bewegung gebracht. Diese bedrängen nun von allen Seiten das Gebiet der Kelten. Deshalb beschlossen diese Kelten vor drei Jahren die Auswanderung.) In heiliger Ekstase verkündet der Druide Santonix die Prophezeihung, wonach einer unter ihnen jenen Mann töten wird, der aus dem Süden (Rom) naht, um die keltische Kultur auszulöschen. Doch mitten in der Zeremonie überfallen wilde Horden des Germanenführers Ariovist die opfernden Kelten und metzeln sie auf der Flucht nieder. Nur dem gehbehinderten Druidenlehrling Korisios (18) und seiner Sklavin (18) Wanda (seinem "linken Bein") gelingt die Flucht nicht. Und das rettet ihnen das Leben. Als sie sich bereits in Sicherheit wähnen, werden sie von einem germanischen Reiter gestellt. Der Hund des Druidenlehrlings scheucht das Germanenpferd auf. Der Germane fliegt über den Hals des Pferdes hinweg und stürzt in das offene Messer des Druidenlehrlings. Der keltische Krieger Basilus sieht, wie sich der Druidenlehrling unter dem toten Körper des schweren Germanen befreit. Er wird die Kunde vom heldenhaften Kampf des Druiden durchs ganze Land tragen und die Legende des "Little Big Man" begründen.
Orkanartige Naturgewalten und versprengte Germanen machen die Flucht von Korisios und Wanda Richtung Süden zur Hölle. Schliesslich erreichen sie das keltische Dorf des greisen Anführers Divico, der auserkoren wurde, die Kelten in wenigen Wochen an den Atlantik zu führen.
Korisios wird wie ein Held empfangen. Basilus ist offenbar vor ihm hier eingetroffen und hat die Geschichte noch ein bisschen "ausgebaut". Nur Korisios‘ Sklavin kennt die Wahrheit und schweigt.
Im Dorf der Divico befinden sich zahlreiche Händler. Sie alle sind unterwegs nach Süden, weil sie gehört haben, dass es dort einen grossen Krieg geben würde. Denn die römische Provinz, die ans freie Land der Kelten grenzt, wird nun vom völlig verschuldeten neuen Prokonsul Gaius Julius Cäsar verwaltet, und man munkelt, dass er einen Krieg brauche, um seine Schulden zu sanieren. Die Händler wollen also mit den römischen Soldaten Geschäfte machen.
Als der grosse Divico den Druidenlehrling beim Abschied beschenkt, erwartet auch er ein Geschenk von Korisios. Der greise Divico wünscht sich die Sklavin Wanda... Wanda kocht vor Wut. Nur mit grosser Schlauheit und Sprachgewandtheit gelingt es Korisios, Divico davon zu überzeugen, dass Wanda für ihn kein würdiges Geschenk, sondern eine Strafe wäre. Denn sie hat angeblich einen miserablen Charakter.
Korisios reitet mit Wanda weiter Richtung Süden. Ihr Ziel ist der Fluss Rhoadanus, wo sich alle ausreisewilligen Keltenstämme versammeln. Einer von Divicos Druiden begleitet sie. Wanda ist einerseits froh, dass sie nicht Eigentum des greisen Divico geworden ist, andererseits ist sie beleidigt, dass ihr Herr Korisios sie derart negativ beschrieben hat. In den Wäldern lernt der junge Druidenlehrling von Divicos altem Druiden noch mehr über die Kräuter, ihre Zubereitung und ihre Wirkung. Der alte Druide warnt seinen Lehrling, denn in den Wäldern der Karnuten vegetieren viele Druiden, die Opfer ihrer rauscherzeugenden Kräuter geworden sind. Er teilt dem jungen Korisios auch mit, dass sich die Götter noch nicht für oder gegen ihn entschieden haben. Noch sei die Begierde, die das weibliche Geschlecht und der Wein bei ihm auslösen, zu gross. Und in der Tat scheinen die körperlichen Reize seiner Sklavin ihn mittlerweile mehr zu faszinieren als die göttlichen Verse. Wanda registriert dies mit stiller Genugtuung.
Korisios und Wanda erreichen das Ufer des Rhodanus (Genava). Dieser Fluss trennt das freie Land der Kelten von der römischen Provinz. Nur eine einzige Holzbrücke über den Rhodanus verbindet die beiden Welten. Am Nordufer des Rhodanus versammeln sich alle keltischen Stämme, die gemeinsam an den Atlantik auswandern wollen. Am Südufer ist bereits eine römische Legion stationiert.
Der junge Korisios ist neugierig. Er kann der Versuchung, über die Brücke zu gehen, nicht widerstehen. Gemeinsam mit seiner Sklavin (seinem linken Bein) überquert er die Brücke und betritt eine ehemals keltische Stadt die heute römische Provinz ist. Die Zolloffiziere lassen ihn problemlos passieren, nachdem er sich als Händler ausgegeben und sie bestochen hat. Ausserhalb der Stadt kampieren Hunderte von Händlern aus aller Welt und warten in riesigen Zeltlagern auf den Ausbruch des Krieges. Unter ihnen ist auch Kretos, ein Weinhändler aus Massilia. Dem neugierigen und wissbegierigen Druidenlehrling eröffnet sich ein faszinierendes Panoptikum von fremden Kulturen, Sitten, Tieren und Handelswaren. Er geniesst den Respekt, den keltische Druiden bei den Römern geniessen. Denn die Römer haben Angst vor diesen "Magiern" und "Sehern". Und zum ersten Mal merkt Korisios, dass er Wandas körperliche Reize interessanter findet als die göttlichen Gestirne.
Als er mit seiner Sklavin wieder ans andere Ufer zurück will, ist die Holzbrücke abgerissen. Tausende von Legionären säumen das Ufer und errichten Wälle und Türme. Im Lager der Händler herrscht Euphorie. Man hofft, dass die Kelten gewaltsam über den Fluss setzen und so den Krieg auslösen. Doch die Kelten wollen mit Caesar verhandeln.
Als die Römer im Lager der Händler einen Dolmetscher suchen, bietet Korisios seine Dienst an. Er hofft auf diese Art und Weise später gemeinsam mit der keltischen Delegation wieder ans andere Ufer gelangen zu können.
Korisios übersetzt die Verhandlung zwischen dem neuen Prokonsul Gaius Julius Caesar und der keltischen Delegation. Divico teilt Caesar mit, dass der Keltentreck den Germanen im Norden weicht und deshalb an den Atlantik will, wo sie bereits Land gekauft haben. Er verspricht, dass sie die römische Provinz lediglich durchqueren wollen, aber keinerlei Siedlungsabsichten haben. Caesar bittet um Bedenkzeit. Korisios möchte sich der Delegation anschliessen. Die keltische Delegation weigert sich jedoch, ihn wieder mitzunehmen, weil er ihnen als Caesars Dolmetscher mehr nützen könnte. Konsterniert und von allen verlassen bleibt Korisios mit seiner Sklavin am römischen Ufer zurück. So hat er sich seinen kurzen Ausflug über die Holzbrücke nun doch nicht vorgestellt.
Akt 2
Heimlich hebt Caesar neue Legionen aus. Da ihm der Senat diese nicht bewilligt, bezahlt er sie selbst und verschuldet sich dafür noch mehr. Im Lager ist es kein Geheimnis, dass der völlig verschuldete Caesar den Krieg gegen die Kelten dringend braucht. Die Kelten gelten als Volk des Goldes ("gallia aurifera"). Sie sind auf Wanderschaft und nicht auf Kriegszug. Für jede Armee eine leichte Beute. Caesar hat nichts gegen die Kelten. Er hat bloss enorme Schulden. Er verteilt seinen Soldaten grosszügig Gold, das er angeblich in den heiligen Flüssen der Kelten gefunden hat und löst dadurch den ersten "Goldrush der Antike" aus.
Korisios leiht sich beim griechischen Weinhändler Kretos Geld, um die römischen Wachen bestechen zu können, damit er nachts heimlich über den Fluss setzen und die Kelten am anderen Ufer warnen kann. Mit zwei von Kretos ausgeliehen Sklaven setzt er über den Fluss und warnt den keltischen Heerführer Divico. Es seien bereits zehntausende von römischen Legionären unterwegs, und alle seien bereits vom Goldfieber gepackt. Korisios erntet jedoch nur Gelächter. Caesars Pläne und Hinhaltetaktik sind längst bekannt, aber ein Kelte stirbt lieber im Kampf als auf der Flucht. Korisios' Aktion war demnach völlig sinnlos. Bei seiner Rückkehr ans andere Ufer verliert er auch noch seine beiden Sklaven im Pfeilhagel der römischen Wachen.
Nun steht er tief in der Schuld des griechischen Weinhändlers Kretos. Kretos verlangt als Schadenersatz seine attraktive Sklavin Wanda. Einmal mehr muss Korisios um seine Sklavin kämpfen – und das Gesicht verlieren. Schliesslich ist eine Sklavin eine Ware und Korisios ein "Herr". Korisios ist ratlos. Er reitet in die heiligen Wälder hinaus, um die Götter um Rat zu bitten. Er bereitet den Sud der Erleuchtung vor, so, wie sein Druidenmeister ihm das gelehrt hat. Aber die Götter verweigern dem jungen Zauberlehrling das Gespräch. Korisios erlebt einen grauenhaften Drogenrausch und wacht in Erbrochenem auf. Er kann sich kaum noch bewegen und stammelt unverständliches Zeug. Einer von Caesars Auxiliarreitern (Hilfstruppen) findet ihn. Er nennt sich "Vercingetorix", irgend ein verstossener keltischer Fürst, der nun mit seinem Anhang für Caesar reitet. Er hält Korisios Gestammel für eine Prophezeihung. Vercingetorix schenkt Korisios zum Dank ein Amulett.
Als Korisios nach drei Tagen im Zelt des arabischen Händlers Niger Fabius wieder aufwacht, realisiert er, dass er von den Göttern weder Rat noch Hilfe zu erwarten hat.
Als wenig später der Händler Niger Fabius erdrosselt aufgefunden wird, steht der verschuldete Korisios unter Verdacht. Der Weinhändler Kretos gibt ihm ein Alibi, unter der Bedingung, dass er als Dolmetscher in Caesars Dienste tritt und ihn fortan über die Truppenbewegungen informiert. Zähneknirschend willigt Korisios ein.
Caesars Bedenkzeit ist zu Ende. In einem zweiten Treffen, teilt Caesar den Kelten mit, dass Rom den Kelten den Durchmarsch durch die römische Provinz nicht erlauben kann. Die Kelten sind verägert, weil sie mit dieser Hinhaltetaktik eine Menge Zeit verloren haben. Im Keltenlager herrschen wegen den miserablen hygienischen Verhältnisse bereits Seuchen. Die Kelten respektieren jedoch Roms Entscheid und wählen den beschwerlichen Umweg durch die keltischen Schluchten. Dieser Weg führt auch an den Atlantik, aber nicht durch die römische Provinz.
Caesar ist wütend, dass die Kelten die Konfrontation meiden. Obwohl es der Senat in Rom ausdrücklich verbietet, verlässt er deshalb mit seinen Legionen die römische Provinz und verfolgt die Kelten durchs freie Gallien.
Zusammen mit seiner Sklavin Wanda und seinem Hund begleitet Korisios die römischen Legionen durch die keltische Wildnis. Es gibt keine Karten. Nur die übertriebenen Horrorgeschichten der Händler. Für die eher kleingewachsenen Römer sind die grossgewachsenen Kelten, die sich gar die gefürchteten Germanen als Sklaven halten, ein Alptraum. In den Wäldern stossen sie auf blutverschmierte Eichen, in den Baumkronen hängen nackte Körper, Opfergaben an die Götter...
Caesars marscherprobte Legionen kommen wesentlich schneller voran als der schwerfällige Wagentreck der Kelten. Doch Caesar lässt sich Zeit, um die nachträglich rekrutierten Legionen mit den bereits bestehenden zu vereinen. Und um seinen Einfall ins freie Gallien in Rom rechtfertigen zu können, braucht er zusätzlich ein schriftliches Hilfegesuch eines keltischen Stammes. Deshalb schickt Caesar Korisios mit ein paar Kundschaftern zum keltischen Stamm der Häduer. Sie sollen ein Hilfegesuch an Rom richten, um Caesars rechtswidriger Einfall ins freie Gallien zu legalisieren.
Unterwegs weckt die attraktive Sklavin Wanda das Verlangen der römischen Kundschafter. Um Wanda vor einer Massenvergewaltigung zu schützen, verspricht Korisios den Männern einen göttlichen Trank, der besser sei, als jede Frau in Gallien. Nachdem er den Trank zubereitet hat, bringt sich Korisios mit Wanda rechtzeitig in Sicherheit. Als der Sud abgekühlt ist, trinken die Männer davon und werden urplötzlich von gewaltigen Errektionen und Bluthochdruck heimgesucht. Wie wilde Tiere fallen sie übereinander her. Der eine Sklave vergewaltigt dabei einen jungen Tribun. Sie sterben allesamt an Infarkten, Hirnschlägen und epileptischen Anfällen. Bis auf den schwarzen Sklaven. Dieser fleddert die Leichen und ergreift die Flucht. Wanda macht Korisios deswegen Vorwürfe. Korisios ist wütend, dass seine Sklavin immer aufsässiger wird und ihn jedes Mal tadelt, wenn er sie rettet. Wütend kündigt er an, sie auf dem nächsten Markt zu verkaufen.
Wie von Caesar verlangt, besucht Korisios mit seiner Sklavin Wanda die Häduer und reitet mit dem "bestellten" Hilfegesuch zu Caesar zurück. Unterwegs übernachtet er bei einer keltischen Nachhut, die den Anschluss an den grossen Treck etwas verloren hat. Mitten in der Nacht werden sie von Caesars nahenden Armeen umstellt und niedergemetzelt. Korisios und Wanda ergreifen die Flucht und werden von Auxiliarreitern (keltische Hilfstruppen in Caesars Diensten) verfolgt. Korisios kann sich nur retten, weil er peinlicherweise ständig "Ave Caesar" brüllt. Der Chef der Auxiliarreiter ist Vercingetorix. Er erkennt das Amulett an Korisios‘ Hals. Er eskortiert Korisios zu Caesars Lager. Korisios' Erscheinen verblüfft Caesars Offiziere, zumal sie ihn als Mörder der Kundschafter verdächtigt haben. Doch Caesar meint, dass Korisios' Rückkehr der beste Beweis dafür sei, dass Korisios loyal und mit dem Massaker an den Kundschaftern nichts zu tun hat. Caesar gewährt Korisios deshalb einen Wunsch. Korisios bittet um das Leben des schwarzen Sklaven, der draussen vor dem Zelt am Kreuz hängt. Es ist der Sklave, der den jungen Tribung geschändet und Korisios nicht verraten hat. Die Römer haben ihn ans Kreuz geschlagen, weil er in der "falschen Richtung" unterwegs war. Und mit dem Dolch des jungen Tribuns. Caesar reagiert auf Korisios' Wunsch verärgert und lässt den Sklaven sofort hinrichten.
Caesar trägt seinen Privatkrieg weiter ins freie Gallien (Land der Kelten) hinein und beginnt mit dem Diktat seiner Rechtfertigungsschrift "De Bello Gallico" an den römischen Senat. Dabei kommen sich die beiden Männer Caesar und Korisios immer näher. Beide verfügen über ein enormes Wissen und glauben sich von den Göttern begünstigt. Korisios geniesst seinen Aufstieg in der Hierarchie von Caesars Heer. In der keltischen Gesellschaft wäre ihm dieser Aufstieg aufgrund seiner niedrigen Abstammung verwehrt geblieben.
Mit seinem gutorganisierten Armeen wälzt Caesar ganz Gallien nieder. Die ewige Zerstrittenheit der keltischen Stämme macht das Siegen leicht. Die einen keltischen Adligen macht Caesar zu Königen und Verbündeten, die andern zu Bettlern und Sklaven. Caesars Schicksal wird immer mehr zu Korisios Schicksal. Caesars Ueberleben sichert auch Korisios Ueberleben. Oft weiss keiner, ob er den morgigen Tag überleben wird. Am Vorabend einer aussichtslosen Schlacht schlafen Korisios und seine Sklavin Wanda – den Tod vor Augen - zum ersten Mal zusammen. Doch erneut stehen die Götter Caesar bei.
Zwischen Korisios und Wanda entbrennt eine wahnsinnige Leidenschaft, die auch sexuell das Alltägliche sprengt.
Ueberall wo die römischen Legionen länger als ein paar Tage kampieren, blüht der Handel. Korisios verfasst für den griechischen Weinhändler Kretos die verlangten Wirtschaftsberichte und zahlt seine Schulden ab. Für Caesars verfasst er die nun periodisch erscheinenden Rechtfertigungen an den römischen Senat. Caesars härteste Widersacher sind und bleiben die Druiden. Denn mit den Römern kommt auch die Schrift, das Buch und das Wissen für jedermann. Die Druiden, "die lebendigen Bücher" der Kelten, fürchten um Macht und Ueberleben. Deshalb versuchen sie Korisios zu einem Mordanschlag gegen Caesar zu überreden. Sie erinnern ihn an die Prophezeihung.
Eines Nachts wird Korisios ins Zelt des Prokonsuls gerufen. Caesar liegt von Epilepsieanfällen geschwächt im Schlamm. Korisios glaubt, dass sich nun die Prophezeihung erfüllen und er den Tyrannen töten muss. Er mixt eine heilige Tinktur, um Caesar zu töten. Doch Caesar genest und glaubt, es sei das Verdienst des jungen Druiden. Dabei ist der junge Zauberlehrling erneut an seinem Unvermögen gescheitert. Caesar macht Korisios zu seinem engsten Vertrauten. Zu seinem MEDICUS. Er wird CAESARS DRUIDE. Für Korisios ist das ein erneuter Wink der Götter. Sie haben bei der Zubereitung der heiligen Tinktur seine Hände geführt und sich für Caesar entschieden. Für Korisios steht nun ausser Frage, dass Caesar tatsächlich von den Göttern begünstigt ist. Aber auch er. Caesar und Korisios, das ist im Grunde der Kampf der römischen gegen die keltischen Götter.
Gemeinsam erleben sie die weiteren Wirren des Krieges.
Als eines Tages der griechische Weinhändler Kretos wegen Zahnschmerzen das römische Lager aufsucht, gerät Korisios in arge Bedrängnis. Denn er hat heimlich mit Kretos Waren auf eigene Faust Handel getrieben. Gemäss Schuldvertrag ist ihm dies ausdrücklich verboten. Die fällige Konventionalstrafe bedeutet für Korisios die Sklaverei. Doch römische Lagerjuristen helfen Korisios aus der Bedrouille und verjagen den griechischen Händler Kretos mit Schimpf und Schande. Einmal mehr verdankt Korisios sein Ueberleben der römischen Gesellschaft. Aber in Kretos hat er sich einen mächtigen Feind geschaffen!
Caesar hat Gallien befriedet. Er beschenkt seine Legionäre und Offiziere, schickt enorme Mengen an Gold und Sklaven nach Rom, er nimmt Söhne von politischen Gegnern in seinen Stab auf. Längst hat sich rumgesprochen, dass man in Caesars Armee in kürzester Zeit Millionär wird. Allmählich bröckelt in Rom der Widerstand. Als Caesar in seinem Siegesrausch eine Holzbrücke über den Rhein ins wilde Germanien schlägt und wenig später nach Britannien übersetzt, kennt die Bewunderung in Rom keine Grenzen mehr. Seine tollkühnen Leistungen sind für seine Zeitgenossen vergleichbar mit den ersten Schritten auf dem Mond. Caesar ist mittlerweile Milliardär. Das einst freie Land der Kelten betrachtet er als seine Provinz. In Rom beginnt man sich vor ihm zu fürchten. Man hält ihn für gottähnlich, verzeiht ihm all seine Gesetzesbrüche, verlängert sein Prokonsulat und finanziert ihm nachträglich all die Legionen, die er ohne Einwilligung des Senats aus der eigenen Tasche bezahlt hat.
Als Caesar jedoch die Gesetze des antiken Völkerrechtes aufs Gröbste missachtet und den germanischen Stamm der Usipeter abschlachtet und ausrottet, verübt Korisios germanische Sklavin Wanda einen Mordanschlag auf den Prokonsul. Denn Wanda ist - und das hat Korisios nie gewusst - die Tochter eines Usipeter-Fürsten. Korisios zuliebe wird Wanda nicht getötet, sondern auf dem nächsten Sklavenmarkt verkauft. Korisios schickt heimlich seinen griechischen Sklaven Kretix los. Er soll Wandas Spuren folgen, wenn nötig bis nach Rom. Und er soll Wanda freikaufen und warten, bis er seine Pflichtjahre in Caesars Schreibkanzlei absolviert hat. Doch Kretix kommt nicht mehr zurück.
AKT 3
Durch Wandas Tat verliert der gehbehinderte Korsios nicht nur "sein linkes Bein", sondern auch seine ganz grosse Liebe und die Akzeptanz im römischen Marschlager. Korisios wird von Caesars nach Cenabum abgeschoben. Korisios arbeitet fortan in der Kanzlei von Caesars privatem Getreidebeschaffer Fufius Cita. Statt den heiligen Versen widmet sich Korisios immer öfter dem römischen Wein und sucht im Rausch den Kontakt zu den unsterblichen Göttern. Doch auch die keltischen Götter scheinen Korisios vergessen zu haben. Er sucht Trost in den Armen einer Prostituierten.
Aber auch Caesar hadert mit den Göttern. In Rom fordert Cato wegen dem Völkermord an den germanischen Usipetern Caesars Auslieferung an die Barbaren. Obwohl er seine verwöhnten Feinde längst zu Millionären gemacht hat, kennen sie kaum Dankbarheit. Catos öffentliche Anklage gibt ihnen neuen Auftrieb. Caesar ist zunehmend isoliert. Wie ein Gott unter Menschen. Römische Senatoren ermuntern sogar keltische Fürsten zu Aufständen und versprechen ganze Königreiche für Caesars Kopf. Caesar ist von Rom enttäuscht. Er weiss, dass sie nach Ablauf seines Prokonsulats wie die Wölfe über ihn herfallen werden. Und es ist kein Amt in Sicht, das ihm weiterhin Immunität gewähren würde.
Am heiligen Fest des Samhain sucht Korisios ein letztes Mal verzweifelt die Hilfe der Götter. Es ist die Nacht, in der die Welt der Toten und Lebenden miteinander verschmelzen. Aber die Götter schweigen erneut. Am nächsten Morgen steht die keltische Stadt Cenabum in Flammen. Alle Römer werden erschlagen. Gallien bebt. Wir schreiben das Jahr 52 v. Chr. Ein junger Arverner, dem Caesar einst die Königskrone versprochen hat, ruft die keltischen Stämme unter seinem Kommando zum Widerstand auf. Er heisst Vercingetorix und kennt die römische Kriegsführung als ehemaliger Auxiliarreiter in Caesars Diensten perfekt. Korisios verlässt Cenabum und schliesst sich den Truppen des Vercingetorix an. Der Arvernerkönig erkennt das Amulett, dass er damals dem Druiden geschenkt hat. Korisios zeichnet eine Karte Galliens mit allen Proviantdepots und Nachschublinien. Wie jeder Druide, verfügt Korisios über ein ausserordentliches Gedächtnis. Vercingetorix nutzt Korisios' Karten und führt einen Kampf der verbrannten Erde. Vercingetorix will Caesar in Gallien aushungern. Es gelingt ihm auch beinahe. Doch als sich Vercingetorix in die Felsenstadt Alesia zurückzieht, sammelt Caesar seine Truppen erneut und zieht einen doppelten Befestigungsring um die Stadt. Jetzt ist es Vercingetorix, der ausgehungert wird. Er schickt alle Kinder, Greise und Frauen aus der Stadt. Unter ihnen ist auch Korisios. Die meisten sterben bereits in den ersten Nächten zwischen der Stadtmauer und Caesars innerem Befestigungsring. Als eine Viertelmillion Kelten Vercingetorix zu Hilfe eilen, schafft es Caesar, sie mit dem äusseren Befestigungsring aufzuhalten. Nach wenigen Tagen zieht sich das keltische Hilfsheer aufgrund der katastrophalen Versorgungslage, und von Seuchen und Epidemien geschwächt, wieder zurück. Einmal mehr siegt Caesar nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Spaten. Einmal mehr bezwingt der Hunger das Eisen.
Es ist Kretix, Korisios' verschollener Sklave, der die römischen Wachen besticht, um nachts über die innere Umzäunung zu steigen und seinen Herrn Korisios zu verpflegen. Doch eines Morgens wird Kretix dabei von einem Pfeil niedergestreckt. Im Sterben gesteht er Korisios, dass er seine geliebte Sklavin Wanda gefunden habe. In Massilia (Marseille). Er sagt, sie sei die Sklavin eines griechischen Weinhändlers geworden. Die Sklavin des Kretos!
Wenige Tage später ergibt sich Vercingetorix. Als Caesar auf seinem Schimmel über das Schlachtfeld reitet, stösst er auf seinen alten Weggefährten Korisios. Neben ihm liegt sein toter Hund. Anstatt Korisios wie einen Soldaten zu bestrafen und zu töten, schenkt Caesar ihm das Leben. Das ist für einen Kelten die niederträchtigste Bestrafung überhaupt.
Korisios verfällt ganz dem Wein. Er verkommt in den Schlammgruben inmitten der Verpflegungsbuden und Bordelle, die überall wie Pilze aus dem Boden schiessen. Ueberall werden keltische Gefangene in die Sklaverei verkauft. Eine Tages erkennt Korisios auf dem Sklavenpodest einen alten Bekannten: Seinen Freund Basilus, der am Anfang des Films ebenfalls dem Massaker entkommen ist. Korisios befiehlt den beiden Kindern, die ihm seit Wochen den Weinschlauch auffüllen, den Sklaven zu kaufen.
Gemeinsam mit Basilus zieht Korisios nach Massilia, um Wanda zurückzukaufen. Der Weinhändler Kretos ist mittlerweile noch vermögender geworden. Er denkt nicht daran, Korisios seine Sklavin zurückzugeben. Er sinnt auf Rache. Er verlangt als Preis Korisios' Leben! Korisios verkauft sich Kretos als Sklaven, um mit dem Erlös Wanda freikaufen zu können. Kretos gönnt den beiden eine letzte Nacht. Am anderen Morgen zieht sich Korisios die braune Tunika der Sklaven über, während Wanda mit Basilus Richtung Rom zieht. In Freiheit.
Kretos Hass scheint unermesslich. Er setzt Korisios unten am Hafer als Lager-buchhalter ein. Nachts schläft er in schimmligen Barracken, in denen kein Sklave drei Jahre überlebt. Jahre vergehen.
Caesar hat mittlerweile einen Bürgerkrieg ausgelöst, um der Aufhebung seiner Immunität zuvorzukommen. Korisios ist am Ende. Doch eines Tages lässt ihn Kretos zu sich rufen und befiehlt ihm, eine Tinktur gegen Zahnschmerzen zu brauen. Wie damals in Gallien. Geschickt setzt Korisios die berauschende Tinktur gegen Kretos Zahnschmerzen ein. Kretos wird davon abhängig. Er wird somit auch von seinem Sklaven Korisios abängig. Korisos nützt das geschickt aus. Er wird Gutsverwalter auf Kretos Weingut. Doch immer öfter verlangt Kretos nach dem berauschenden Sud. Es sind längst nicht mehr die Zahnschmerzen, die ihn dazu veranlassen, sondern der Wunsch nach dem göttlichen Rausch, der schon manchen Druiden zum Sklaven der Droge gemacht haben. Korisios zwingt Kretos, ihn zu seinem Alleinerben zu bestimmen. Vom unfreiwilligen Drogenentzug zerrüttet, willigt Kretos schliesslich ein. Als Korisios eines Tages in Kretos Kellern ein seidenes Vexilum entdeckt, das ihn als damaligen Mörder des arabischen Händlers Niger Fabius entlarvt, braut er seinem Herrn eine Ueberdosis. Kretos stirbt. Nach jahrelanger Sklavenschaft erbt Korisios Kretos Vermögen und erhält das römische Bürgerrecht.
Korisios hat nur noch einen Wunsch: Nach Rom reiten, zu Wanda, und mit ihr nach Massilia zurückkehren. Caesar ist mittlerweile Dikator auf Lebenszeit geworden.
In Rom findet er seine Wanda wieder. Im Haus seines Freundes Basilus, der mittlerweile ein berühmter Wagenlenker geworden ist. Gemeinsam wollen sie nach Massilia zurück.
Als sie die Stadt verlassen, begegnen sie auf dem Forum eines letztes Mal dem Diktator Gaius Julius Caesar. Es sind die Iden des März. Caesar erkennt Korisios und lässt seine Sänfte anhalten. Er spottet, dass Korisios ihm stets den Tod an den Iden des März prohphezeit habe. "Sie sind da, Druide, aber noch lebe ich!"
"Ja", antwortet Korisios, "sie sind da, die Iden des März, aber noch sind Sie nicht vorbei."
Während Caesar die Treppen zum Senat hochsteigt, verlassen Korisios, Wanda und Basilus die Stadt. Wenige Minuten später wird Caesar ermordet, die aufgebrachte Menge steckt mehrere Gebäude in Flammen, Rom droht erneut in Chaos und Anarchie zu versenken.
Vom Schiff aus, das von Ostia Richtung Massilia fährt, kann man die Rauchwolken erkennen, die über Rom aufsteigen. Auf dem Schiff sind Kretos, Wanda und Basilus.
Claude Cueni