(links) Legionär z.Zt. Cäsars (ca. 50 v. Chr.) mit Kettenhemd, Montefortino-Helm, Wurfspeer mit zwei Nieten, spanischem Kurzschwert und hohem Schild. Ohne Lendenschutz. Diese Ausstattung galt während ca. 250 Jahren, von ca. 220 v. Chr. bis 30 n. Chr.

(rechts) Legionär der Kaiserzeit (ab ca. 30 n. Chr.) mit Schienenpanzer und gallisch-kaiserlichem Helm, Wurfspeer mit Bleikugel, Schwert und gekürztem Schild. Und Lendenschutz.




Galea (Helm) Lorica Segmentata (Schienenpanzer) Gladius (Schwert) Cingulum (Gurt mit Lederstreifen) Pilum (Lanze/Wurfspeer) Scutum (Schild) Caligae (Riemensandalen)


Wir unterscheiden in der römischen Geschichte drei Epochen:
Die Monarchie (753 v. Chr. bis 509 v. Chr.)
Die Republik (509 v. Chr. bis 27 n. Chr.)
Die Kaiserzeit (27 n. Chr. bis 476 n. Chr.)

Um zirka 100 v. Chr. beherrschte Rom nach den entscheidenden Siegen gegen die Karthager und Mazedonier den gesamten Mittelmeerraum. Zu diesem Zeitpunkt hatte Rom immer noch eine Milizarmee, die ausschliesslich den römischen Landbesitzern offen stand. Jeder hatte selber für seine Ausrüstung aufzukommen. Entsprechend unterschiedlich waren Rüstungen und Waffen. Während z.B. die ärmeren Teilzeitlegionäre lediglich rechteckige Brustplatten trugen, leisteten sich die vermögende Miliz-Legionär bereits keltische Kettenpanzer. Das zunehmende Engagement Roms in immer entfernteren Gebieten und der zunehmende Bedarf an zusätzlichen Legionären veranlasste ca. 100 v. Chr. den damaligen römischen Konsuln MARIUS, eine radikale Heeresreform durchzuführen. Den Wechsel vom Milizheer zum Berufsheer.

DIE HEERESREFORM DES MARIUS
Von nun an stand die Legion allen römischen Bürgern offen. Also auch den Besitzlosen. Im Gegensatz zu den bisher Kriegsdienst leistenden römischen Landbesitzern, hatten jene besitzlosen Römer ein Interesse an einer "festen und langdauernden Anstellung". Der Sold wurde so erhöht und die Ausrüstung standardisiert. Sie bestand für den einfachen römischen Infanteristen aus:
Keltischer Kettenpanzer,
Bronzehelm, Typ Montefortino
Spanisches Schwert
Ovaler, hoher Schild (1.20)
Schweres Pilum mit zwei Eisennieten
Die Offiziere trugen weiterhin Muskelpanzer nach griechischem Vorbild, versilberte Beinschienen und etruskisch-korinthische Helme mit Federn oder Rosshaarbusch. Dies war auch die Bewaffnung der römischen Legionäre unter Julius Cäsar während seinem Gallischen Krieg. Jaja, Uderzo (Asterix und Obelix) hat seine römischen Legionäre ziemlich falsch gezeichnet...

DIE KAISERZEIT
In der Kaiserzeit (genauer: Ende der Regierungszeit von Tiberius, 14 - 37 n. Chr.) wird der Kettenpanzer (lorica hamata) durch den Schienenpanzer (lorica segmentata) ersetzt. Während der Kettenpanzer vor Pfeilen und Speeren keinen besonders guten Schutz bot, war der Schienenpanzer überlegen und billig - und erst noch im Baukastensystem - herzustellen. Der Montefortino-Helm (Republik) wich dem kaiserlich-gallischen Helm und auch die übrige Ausrüstung erfuhr - wenn auch kleinere - Veränderungen.

Nun zu den einzelnen Rüstungsteilen. Links jeweils Republik, rechts jeweils Kaiserzeit




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GALEA




Galea. Die urspr. Bedeutung von galea bezieht sich auf eine Kappe aus Leder oder Fell , die anfangs allgemein an Stelle eines Metallhelmes getragen wurde.
Die ersten mittelital. Metallhelme sind nicht griech. Herkunft, sondern stammen aus dem N. und NO. Mitteleuropas.

Im 5.Jh. v.Chr. entwickelte sich in Italien jene Helmform, von der sich die in den Legionen verwendeten Typen ableiten.

Im 3. Jh. v. Chr. hatte das Gros der Legionsinfanterie Metallhelme mit hohen Federn (Pol. 6,23,8). Es war die latinische Ausführung eines hellenischen, attischen Helmes. Die Federn sollen schwarz oder purpurfarbenen gewesen sein. Ueber Pferdehaare macht Polybius keine Angaben.
Im 2. Jh. v. Chr. setzt sich der Montefortino-Helm durch. Er ist der klassische Helm der Republik. Er ist, wie auch das Kettenhemd, keltischen Ursprungs. In der Mitte des Helms finden wir eine Halterung für den Federschmuck. Nach der Heeresreform des Marius (ca. 100 v. Chr.) weicht die Federzier einem Pferdehaarbusch, der oft rot angemalt wurde.
Gegen Ende des Bürgerkriegs setzt sich bronzene Coolus-Helm durch, der bald durch eine eiserne Version abgelöst wird. Er ist gallischen Ursprungs und wird gegen Ende der Regierungszeit des Tiberius (zirka 30 n. Chr.) durch den kaiserlich-gallischen Helm ersetzt, der heute allgemein als römischer Legionärshelm schlechthin gilt.
Man unterscheidet heute - je nach Fundort - verschiedene Typen von kaiserlich-gallischen Helmen. Sie alle haben jedoch die typische kugelkalottenartige Form. Die Haube war auf verschiedene Art befestigt, z. B. durch im Kreuz gearbeitete Spangen, Metallkämme und wulstförmige Versteifungen. Auf dem Scheitel befand sich ein verschieden gestalteter apex (Halterung), z. B. in Form eines Kegels, Ringes und Knopfes zur Befestigung der crista, eines roten Helmbusches. Die Crista des einfachen Legionärs wurde jedoch nur bei Paraden montiert, der Centurio trug sie jedoch auch im Kampf, aber um 90 Grad gedreht.
Stirn und Schläfe des kaiserlich-gallischen Helmes wurden durch einen Schirm an der Vorderhaube, die Kopfseiten durch Wangenbänder (bucculae) und das Genick durch einen Nackenschirm geschützt. Das Gesicht war frei. Die Helme der Kaiserzeit waren oft reich verziert (Germania 14, 1930, 149ff.). Am Nackenschirm diente ein Ring oder Griff zum Tragen oder Aufhängen, Ringe an den Enden der bucculae für den Riemen zum Festbinden des Helmes. Nacken- und Stirnschotz hatten oft Inschriften, die den Besitzer oder Eigentümer des Helmes anzeigten.




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LORICA SEGMENTATA



Lorica. Nach Serv. Aen.11,679 war der älteste, im röm. Heere verwendete Panzer aus Leder. Er ist schon für das frühe röm. Milizheer anzunehmen, sicher für die Zeit der Manipulartaktik. Für diese Periode bezeugt Pol. a.O. bereits den Kettenpanzer, den nur die Angehörigen der obersten Zensusklassen trugen, während die anderen meistens einen aus Metall gefertigten Herzschützer verwendeten. Nach Varro 1.1.5,24 wurde die Bezeichnung lorica auf den Kettenpanzer iibertragen.

In der Zeit der Kohortentaktik vollzog sich der Übergang zum Metallpanzer, der für die Kaiserzeit typisch wurde, während der Lederpanzer selten war. Von den Panzern aus Metall wurde der feste Muskelpanzer vom Kaiser und den höheren Offizieren getragen. Alle übrigen Metallpanzer waren beweglich und eine Schutzwaffe der Mannschaften und der Offiziere niederen Ranges. Es handelte sich dabei um verschiedene Typen des

Ketten- (lorica hamata),
Schuppen- (lorica squamata) und
Schienenpanzers (1orica segmentata),

wie sie von J.Alfs unter Heranziehung der schriftlichen Zeugnisse und der Denkmäler mit den Veränderungen z. Z. des homogenen Heeres aufgezeigt worden sind.

Anf. 2.Jh. wurden die dem hellenist. O. entlehnten Kettenpanzer wie die von den Griechen übernommenen Schuppenpanzer, die beide bis ungefähr zur Mitte der Oberschenkel reichten und mit Schulterklappen versehen waren, offenbar z. Z. des Kaisers Traian durch ein entsprechendes, kürzeres Panzerhemd ohne Schulterklappen ersetzt. Gleichzeitig wurde der von den Persern übernommene Schienenpanzer häufiger verwendet. Durch diese Neuerungen wollte man den Panzerträger beweglicher machen und das Gewicht des Panzerhemdes vermindern (bei dem Schienenpanzer auf ca. 3 kg). Auch konnte er rascher hergestellt und angelegt werden. Dagegen erforderte die Herstellung eines Ketten- oder Schuppenpanzers bei weitem größeren Aufwand an Zeit und Material. Außerdem war der Schuppenpanzer nur am Rücken zu schließen und zu öffnen. Die Schuppen waren meistens rechteckig, aber auch abgerundet oder zugespitzt. Zugespitzte mit einem Mittelgrat waren für die lorica plumata charakteristisch. Auch Drahtpanzer wurden verwendet und Kombinationen der lorica hamata und lorica plumata.
Im 3.Jh. wurde der Ketten- und Schuppenpanzer wieder verlängert, doch blieb die Tendenz zu größerer Beweglichkeit des Panzerträgers bestehen und führte z. Z. des differenzierten Heeres der Kaiserzeit dazu, daß seit E. 4. Jh. nur noch die Kavallerie und ein kleiner Teil der Infanterie Panzer trugen.






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GLADIUS





Gladius. Mit dem Schwert, das in Italien seit der Bronzezeit bezeugt ist, waren in der Frühzeit des Milizheeres die ersten 3 Zensusklas-sen ausge-rüstet. Die Hauptwaffe der Phalanx bildete jedoch die Stoßlanze, und dem Schwert kam nur eine sekundäre Rolle zu. Mit der Ausbildung der Manipulartaktik wurde aus dem Massenkämpfer der Frühzeit der mit Pilum und Kurzschwert ausgerüstete Einzelkämpfer. Dem Kampf mit dem Schwert kam nun besondere Bedeutung zu, und die Ausbildung im kunstmäßigen Fechten nach Gladiatorenart wurde im röm. Heer 105 v.Chr. eingeführt. Das bis zur Einfüh-rung des gladius Hispaniensis E. 3.Jh. v.Chr. in der Zeit der Manipulartaktik von den Römern gebrauchte Schwert muß daher bereits ein dem iberischen verwand-ter Typ gewesen sein. Der gladius hispaniensis war wahr-scheinlich nur eine wirksamere Waffe als das bis-herige Schwert und bildete nur eine unvollkommene Nachahmung des iberischen Schwertes. Der zweischneidige, spitzige, nicht wesentlich über 50 cm lange, rund 1500 g schwere und zum Hieb und Stich geeignete gladius, dessen Schneiden fast nahe-zu parallel zueinander verliefen, ist in seiner Ent-wicklung dadurch charakterisiert, daß er nach den Funden aus dem 1. Jh. v. Chr. in der Klingenform dem Frühlatèneschwert der Stufe I, in Details der Scheide und des Griffes der Stufe Latène II und in der Form der Scheide der Stufe Latène III ent-spricht. In der Zeit des homo-genen Heeres der Kaiserzeit ist der Schwertknauf kugelförmig, oder er besitzt eine dem Antennen-schwert der Bronzezeit ähnliche Form. Das obere Ende der Angel bildete ein auf dem Knauf aufsitzender abgeplatteter Knopf. Der etwa 18 cm lange Griff bestand gewöhnlich aus Holz, war jedoch öfters mit Metall, Elfenbein u. a. verkleidet. Die Scheide bestand meistens aus 2 mit Metall verbundenen Holzplatten, deren unteres Ende spitz zulief und dessen Abschluss ein runder Metallknopf bildete. Die Scheide war teilweise oder ganz mit Metallblech überzo-gen, oder sie bestand nur aus Leder. Mundstück und Ortband waren jedoch stets aus Metall, ebenso die beiden Querbänder am oberen Teil der Scheide, an deren Enden sich Ringe zur Befestigung des Schwertes am BALTEUS oder CINGULUM befanden. Bis zur Einfahrung des gladius hispaniensis wurde das Schwert von den Römern links, später, mit Ausnahme des Kaisers, der höheren Offiziere und einzelner Chargen gewöhnlich rechts getragen.






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CINGULUM





Cingulum. Das c. militiae, ein metallbeschlagener, über die Hüften getragener Ledergürtel mit einem Schurz aus langen, metallbeschlagenen Lederriemen zum Schutze des Unterleibes, wurde im 1. Jh. n. Chr. als insigne m. (cingi, discingi) im röm. Heere eingeführt. Es war gallischer Herkunft und wurde von allen Soldaten getragen, doch nicht immer sichtbar, und diente meistens nicht zur Befestigung des Schwertes und Dolches.

Anfang des 3.Jh. n.Chr. kam es offenbar außer Gebrauch, doch scheint es bis ins Mittelalter nachgelebt zu haben.



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PILUM





Pilum. Aus dem pilum, der Mörserkeule, entwickelte sich das pilum murale, das die Römer besonders zur Lagerverteidigung benutzten. Es war schlanker als die Mörserkeule, hatte wie diese eine Einkerbung in der Mitte, doch im Gegensatz zu ihr zugespitzte Enden, die im Feuer gehärtet oder aus Eisen waren. Seine Verwendung scheint ziemlich alt zu sein, da in Griechenland schon im 4.Jh. v.Chr. eine der Mörserkeule ähnliche Wurf-waffe in Gebrauch war.

Aus der Zeit des homogenen Heeres der röm. Kaiserz. sind pilum muralia von der Saalburg, aus dem Kastell Oberaden und Castleshaw erhalten. Das pilum als Wurf- und Stoßwaffe der röm. Legionen ist mit dem Aufkommen der Manipulartaktik verbunden, die neue Waffe er-hielt zunächst bloß ein Teil der Phylangiten (~ Phalanx), später nach voller Ausbildung der Manipulartaktik die beiden ersten Treffen, die Hastati und Principes. Der Abwurf der Pila leitete in der Regel den Kampf mit Schild und Schwert ein.

Nach Pol.6,23 gab es dicke, schwere und dünne, leichte pila. Das schwere, für Würfe nur auf kurze Entfernung geeignete pilum war rund oder viereckig. Alle pila bestanden aus einem 1,40 m langen Schaft aus Holz, in den ein ebenso langes Eisen mit Widerhakenspitze bis zur Mitte einge-fügt und am Schaft mit Nägeln befestigt war. Nur an der Einsatzstelle hatte das Holz des schweren pilum eine Stärke von 7,7 cm, sonst aber nur 3 cm. Das Eisen dieses pilum war vor der Einsatzstelle 2,8 cm dick und hatte dann eine 6 cm breite und 10 bis 15 cm lange Zunge und unterhalb dieser einen 60 cm langen und 1-2 cm starken Dorn. Die Gesamtlänge eines pilum betrug 2,10 m, das Gewicht des schweren ca. 4,68 kg. Dieses schwere pilum kam bald außer Gebrauch; die 35 in den röm. Lagern von Numantia gefundenen pila, die aus den Jahren 153 und 133 v.Chr. stammen, umfassen nur leichte, eine Weiterentwicklung des leichten pilum des Poly-bios. Sie sind 0,5-1,5 cm stark und wiegen bis 1 kg. Es gibt darunter pila mit Tülle, mit Zunge, die 2 Löcher aufweist. Das 15-95 cm lange Eisen ist rund, an der Einsatzstelle auch viereckig. Von 44 Spitzen zeigen nur 5 noch die einfache, mit Widerhaken versehene, alle anderen sind schon pyra-midenförmig.

Die Befestigung des Holzes mit dem Eisen durch 2 Eisennägel ersetzte Marius (Plut. Mar. 25) durch einen Eisen- und einen Holznagel; dieser sollte beim Einschlag des p. in den feindlichen Schild abbrechen. Da dies offenbar nicht immer der Fall war oder die Lockerung schon früher eintrat, wurde in der Z. Caesars das Eisen mit dem Holz wieder fest verbunden. Die p. aus dem Lager des Metellus bei Caceres in Estrema-dura vom Jahre 79 v.Chr. zeigen bereits neben Zun-gen mit Loch auch solche ohne. Die Zwinge, mit der diese am Holz befestigt wurde, findet sich zum erstenmal an den bei Alesia gefundenen p. aus dem Jahre 52 v. Chr. Ihre Spitzen haben meistens Pyramidenform wie die in Urso (Ossuna) gefun-denen vom Jahre 45 v. Chr. Das p. mit weichem Eisen, gestählter Spitze dürfte in der Z. zwischen Marius und Caesar aufgekommen sein (Caes. Gall. 1,25,3, APP. Celt. 1), eine Verbesserung, die das Abbiegen des Eisens beim Einschlag des p. in den feindlichen Schild ermöglichte. So entstand jenes p. mit pyramidenförmiger Spitze, dünnem, kurzem und weichem Eisen, schmaler, trapezförmiger und kurzer Zunge, bis zu 2 m Länge und 0,77-2,06 kg Schwere, das noch für die Frühzeit des kaiserl. homogenen Heeres typ. war. Die weitere Entwicklung läßt die zunehmende Bedeu-tung der Fernkampfwaffen erkennen, denen gegenüber sich das p. seiner geringen Wurfweite von 30 m wegen als unzureichend erweist, das schließlich durch die weitaus handlichere und wirksamere pilum lancea, bzw. pilum hasta verdrängt wird.

P. als Bezeichnung erhielt sich aber noch lange, ohne daß gesagt werden kann, was in jedem einzelnen Fall damit gemeint ist. Wie andere Waffen wurden p. auch signiert, doch handelte es sich auch hier offenbar nur um eine Kann- nicht Muß-Vorschrift.



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SCUTUM


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Schild. (scutum). In der Frühzeit des röm. Milizheeres stand nach Diod. 23,2,1.2 ein viereckiger Lang- oder Türschild in Verwendung, der unter etr. Einfluß vom CLIPEUS abgelöst wurde und schließlich bei der Einführung der Manipulartaktik dem samnit. scutum wich. Dieses war nach Pol. 23 2-5 rechteckig, schwach zylindrisch gewölbt, 1.20 m hoch und 0,75 m breit. Es bestand aus einer doppelten mit Rinderleim verbundenen Bretterlage, die mit Leinwand und Kalbfell überzogen war. An den beiden kurzen Seiten war es durch Metallbänder verstärkt und dadurch gegen Schwerthiebe und die Abnützung beim Aufsetzen auf die Erde gesichert. In der Mitte befand sich der umbo, ein Buckel aus Eisen.

Um 300 v. Chr. kam ein länglich ovaler S. auf. Beide Formen wurden auch in der Z. der Kohortentaktik und des homogenen Heeres der Kaiserzeit beibehalten (Cass.Dio 49,30,1f.), doch war das scutum der Kaiserzeit, wie Grabreliefs und die Traiansäule zeigen, kleiner als das polybianische. Außerdem kamen andere Formen wie Rund- (los. bell. Iud. 3,5,5) und Sechseckschilde (Marcussäule) auf. Die Außenseite der S. wurde verschiedenartig verziert, bes. durch blitzförmige Metallstreifen, die zugleich als Versteifung dienten und schon in der Z. der Kohortentaktik vorkommen.

In der Z. des differenzierten Heeres der späten Kaiserzeit verschwand der viereckige Langschild völlig und an seine Stelle trat der ovale S. Daneben gab es auch kreisrunde und herzförmige S., von denen erstere für das 5. und 6.Jh. n.Chr. typisch sind. Beim Marsche wurde der S. am 1. Arm getragen. Für seine Versorgung diente ein lederner Uberzug.





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CALIGAE





Caliga. Der genagelte schwere Schuh des röm. Soldaten, der danach caligatus heißt. Wir kennen verschiedene Formen: a) Sohle mit Oberleder, das aus einem Stück besteht, aber über dem Rist riemenartig zerschnitten ist; b) Die Sohle ist durch 8 Lederstreifen am Fuß befestigt, deren 4 dicht aneinander über den Rist laufen, während einer unter, 3 über dem Knöchel den Fuß umfassen; sie sind durch einen Längsriemen auf dem Rist verbunden.

Die Spätantike kennt auch c. für Bauern, Reiter und Frauen.




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