26.4.26 Nebelspalter: 10-Millionen-Schweiz

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10-Millionen-Schweiz. Noch nie SimCity gespielt?

«Urban Scaling» beschreibt, wie sich Städte mit wachsender Bevölkerung verändern. Dieses mathematische Modell liegt auch Städtebausimulationen wie «SimCity» zugrunde. Während der Gamer im Spiel alle Parameter selbst steuert, folgt die Realität automatischen Gesetzmässigkeiten.

Screenshot

Überträgt man Urban Scaling auf die Schweiz, ergibt sich folgendes Bild:

Heute leben rund 9 Millionen Menschen im Land. Ein Wachstum um 1 Million entspricht etwa +11 %. Diese zusätzlichen Einwohner verteilen sich jedoch nicht gleichmässig, sondern konzentrieren sich vor allem auf grosse Städte wie Genf, Zürich, Basel und Lausanne. Dort bestehen bereits Diasporas, Netzwerke, Arbeitsplätze sowie ein breites Angebot an Dienstleistungen (inkl. Sozialleistungen). Für diese Städte bedeutet ein nationales Wachstum von +11 % daher effektiv ein Plus von etwa 20 bis 30 %.

Die Folgen sind höhere und dichtere Besiedlung, zusätzlicher Bedarf an Schulen, Spitälern, Gefängnissen, steigender Energie- und Wasserverbrauch, mehr Pendlerverkehr, überlastete Züge und Strassen, mehr Staus, längere Wartezeiten, Lohndruck, Dichtestress, soziale Spannungen, Kriminalität und steigende Mietpreise, da das Angebot langsamer wächst als die Nachfrage.

Dem stehen positive Effekte gegenüber: Dank der Wirkung sozialer Netze steigt die Produktivität überproportional zur Bevölkerungsentwicklung. Die Folge sind mehr Innovationen, stärkere Spezialisierung sowie ein vielfältigeres Nachtleben und «Sex in the City».

Für den Ausbau der Infrastruktur braucht es zusätzliche Arbeitskräfte, für die man wiederum die Infrastruktur anpassen bzw. ausbauen muss. Das ist ein fortlaufender Kreislauf. Es braucht immer mehr Zuwanderung. Kommen die Falschen, dann bleibt der Fachkräftemangel auch bei einer 20-Millionen-Schweiz bestehen. Wer eine kontrollierte und begrenzte Zuwanderung als Experiment bezeichnet, hat mutmasslich die letzten 30 Jahre unter einem Stein verbracht.

«SimCity» wird ab 7 Jahren empfohlen.

 

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